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Mit der ITIL Version 3 wurde eine Überarbeitung der bestehenden V 2 der ITIL Best Practice durchgeführt. Hierzu wurden in einem internationalen „ITIL Refresh“-Projekt die notwendigen Verbesserungsmaßnahmen identifiziert, die neue ITIL V 3 erarbeitet und einer internationalen Qualitätssicherung unterzogen.

 

Die neuen Kernpublikationen (ITIL Core) zur ITIL V 3 sind seit dem 30. Mai 2007 verfügbar. ITIL V 3 ist eine Erweiterung der ITIL V 2 und hat die ITIL V 2 vollständig abgelöst.

 

Seit dem Jahr 2011 gibt es die ITIL (V3) 2011 Edition. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Version, sondern um ein Update der ITIL Publikation. Folgende Anpassungen wurden umgesetzt:

  • Fehler und Inkonsistenzen in den Texten und Abbildungen, sowie Inhaltliche als in der Darstellung wurden behoben.
  • Verbesserungen der Publikationen hinsichtlich der Klarheit, Konsistenz, Korrektheit und Vollständigkeit.
  • Implementierung von Verbesserungsvorschlägen, die von Trainingsorganisationen eingebracht wurden, um die Inhalte von ITIL einfacher zu vermitteln.
  • Überarbeitung der Service Strategy Publikation, um sicherzustellen, dass die Konzepte möglichst klar, präzise und verständlich erklärt werden. Dabei wurden nicht die Konzepte vereinfacht, sondern die Darstellung der Ideen verbessert.

Mit der auslaufenden ITIL V2 Version hat man sich darauf geeinigt nur noch von ITIL zu sprechen und lediglich in den 2007 und 2011 Editionen zu unterscheiden.

 

Die englischen Publikationen zur ITIL Edition 2011 sind bereits seit Juli 2011 verfügbar. Mit der deutschen Übersetzung der ITIL Edition 2011 wurde nunmehr begonnen. Die Übersetzung der 5 Core Bücher soll bis Ende 2012 abgeschlossen sein.

 

Die ITIL Best Practice ist kein statisches Produkt sondern entwickelt sich permanent weiter. Neben technologische Entwicklungen, der verstärkten Einbindung externer Lieferanten/Partner und die stetig steigenden Anforderungen des Business lassen sich auch Konvergenztendenzen zwischen unterschiedlichen IT Lösungsansätzen (wie COBIT, ISO20000 etc.) beobachten.

Continual Service Improvement

Ausgehend von der strategischen Ausrichtung und Definition der IT Services (Service Strategy) werden die IT Services entwickelt (Service Design) und in die Produktion bzw. in den Betrieb übergeleitet (Service Transition). Anschließend werden die IT Service betrieben und den Kunden/Anwendern zur Verfügung gestellt (Service Operation). Diese Phasen werden umschlossen von einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (Continual Service Improvement), der über alle Phasen des Service Lifecycle mögliche Verbesserungen an IT Services, den Prozessen und des gesamten IT Service Management identifiziert.

ITIL V 3 definiert „IT Service Management” nunmehr wie folgt:

Die Implementierung und Verwaltung von qualitätsbasierten IT Services, die den Anforderungen des Business gerecht werden. Das IT Service Management wird von IT Service Providern mithilfe einer geeigneten Kombination aus Personen, Prozessen und Informationstechnologie durchgeführt.

Aus dieser Zielsetzung wird deutlich, dass die Aufgabe des IT Service Managements in der Bereitstellung von IT Services besteht, die den Anforderungen der Kunden und dessen Business Prozessen entsprechen. Die Implementierung von Prozessen, das Know-how und die Tätigkeiten des Personals sowie der Einsatz der Technologie haben sich an diesen mit dem Kunden vereinbarten IT Services auszurichten.

Eine Vielzahl der Business Prozesse einer Organisation sind ohne Einsatz der IT nicht mehr denkbar. ITIL strebt nicht nur eine Ausrichtung der IT an die Geschäftsanforderungen (Business IT Alignment) an, sondern geht mit der „Business Integration“ einen Schritt weiter. Die IT ist nicht nur als unterstützender Faktor anzusehen, sondern soll als treibende Kraft in die Business Prozesse des Kunden integriert werden und einen Mehrwert generieren. Diese Ausrichtung wird durch die neue Definition des IT Service deutlich:

Ein Service, der für einen oder mehrere Kunden von einem IT Service Provider bereitgestellt wird. Ein IT Service basiert auf den Einsatz der Informationstechnologie und unterstützt die Business Prozesse des Kunden. Ein IT Service besteht aus einer Kombination von Personen, Prozessen und Technologie und sollte in einem Service Level Agreement definiert werden.

Dieser IT Service beschreibt ganzheitlich die notwendige IT Leistungen für den jeweiligen Business Prozess, liefert in seiner Gesamtbetrachtung einen Mehrwert und wird in einer end-to-end Sicht betrachtet. Nur eine end-to-end Betrachtung zeigt sicher, ob der IT Service auch dort gemäß der getroffenen Vereinbarung (SLA) in Anspruch genommen werden konnte, wo der Business Prozess tatsächlich durchgeführt wird. Dieser Ort ist vielfach der Arbeitsplatz der Anwender.

Der in ITIL V 3 beschriebene Service Lifecycle hat zum Ziel die notwendigen IT Service zu definieren, zu entwickeln, in den Betrieb überzuleiten und dem Business zur Verfügung zu stellen. Das Continual Service Improvement stellt dabei über alle Phase des Service Lifecycle eine kontinuierliche Verbesserung sicher.

Bei der Erarbeitung der ITIL V 3 wurde zwar der Betrachtungsbereich sowie die Orientierung zum Kunden und dessen Business Prozesse erweitert, aber viele (bewährte) Inhalte wurden aus der ITIL V 2 übernommen.

Die in ITIL V 3 konzipierte Service Lifecycle wird innerhalb des ITIL Core in fünf Büchern beschrieben. Die Titel dieser fünf Bücher lauten:

  • Service Strategy
  • Service Design
  • Service Transition
  • Service Operation
  • Continual Service Improvement (CSI)

Die neuen Core-Bücher

  • Service Strategie
  • Service Design
  • Service Transition
  • Service Operation
  • Continual Service Improvement

Dieser ITIL Core wird von der OGC sukzessive um weitere Komponenten ergänzt und in ihrer Summe die gesamte ITIL Library ausmachen:

  • Der ITIL Core als Leitfaden für alle Organisationen, die Services anbieten
  • Die ITIL Complementary Guidance als ergänzender Leitfaden für industrielle Bereiche, Organisationstypen, Betriebsmodelle und technologische Architekturen.
  • Die ITIL Web Support Services mit Zusatzprodukten, Prozessmodellen, Templates und Studien.
  • Ergänzt werden diese offiziellen Publikationen der OGC um eine allgemeine Einführung „The Official Introduction to Service Lifecycle“.

ITIL Zertifizierungen

Verbunden mit der Veröffentlichung der ITIL V 3 stellt sich die Frage nach den bestehenden und zukünftigen ITIL-Zertifizierungen.

Auf Basis von ITIL können weiterhin nur Personen zertifiziert werden. Eine ITIL Zertifizierung von Organisationen ist nicht möglich. Einzige Möglichkeit, implementierte IT Service Management-Prozesse zu zertifizieren, bleibt die ISO 20000. Die ITIL V 3 bietet eine bessere Ausrichtung auf die ISO 20000 Anforderungen, als es noch bei ITIL V 2 der Fall war.

Alle bestehenden ITIL Zertifizierungen (für Personen wie Service Manager oder Foundation) werden ihre Gültigkeit behalten.

Detaillierte Informationen zu ITIL Seminaren können Sie unserem Seminarbereich entnehmen.

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